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Nachtgedacht
Debut-CD - Winter 2002/2003 - NeoKlasSick Productions Tracklist: (Click to view lyrics)
Kampf dem Licht |
Nebelleben, review by steini, 05/2003.:
mit carpe noctem meldet sich eine black metal band aus deutschen landen, die mit "nachtgedacht" ihr debut an den mann bringt! was mir zu erst auffällt ist die produktion, die leider zu wünschen übrig lässt, was bei einer eigenproduktion nicht sonderlich wundert, obwohl es auch ausnahmen gibt. zur musik an sich kann ich sagen, dass dem hörer eine gute produktion an black metal geboten wird, die sich leider aber gerade auf diesen beschränkt. zu wenig wird hier abwechslung geboten. so schlimm ist es nicht, denn dafür klingt das, was die musiker uns bieten, recht gut! scharfe riffs, treibende drums und der grimmige gesang von iwein machen "nachtgedacht" zu einem netten debutalbum, dass zwar nicht mit genregrößen mithalten kann, aber durchaus zu überzeugen weiß und der band vielleicht den nötigen deal verschafft, den sie brauchen könnte, um auch produktionstechnisch gesehen eine gute figur zu machen! wer auf rohen black metal steht kann auf mp3.de den song "tod bleibt tot" an seine ohren rann lassen! dort stehen auch weitere infos zur band!
7 / 10 Punkte
STAYHEAVY.DE, review by Deamon, 06.06.2004.:
Hm, komisch ist das immer mit den Namen, so denkt man sich bei manchen Bands "Oha, welch blöder Name", unur um dann mitzubekommen das er gar nicht besser gewählt werden konnte.
So auch bei der Truppe Carpe Noctem aus Ostfriesland. Man könnte vom Namen fast auf eine Gotenkombo tippen, aber weit gefehlt, geboten wird leicht melancholisch-verträumter Black Metal mit ein wenig Anspruch. Rasende und rumpelnde Songstrukturen findet man nur sehr sehr selten, meist ist alles im Midtempobereich angesiedelt. Nur selten sprengt man die Ketten um für mehr Abwechslung zu sorgen. Aber dies ist auch ganz gut so, denn ansonsten wird es wirklich ein klein wenig langweilig, einige Riffs und Melodien werden so einige Male ganz schön ausgereizt, Ideen werden voll ausgeschöpft, bis diese eigentlich nicht mehr wirklich frisch daherkommen.
Aber wenn eines Carpe Noctem gelingt, dann ist es eine dunkle Atmosphäre zu schaffen, der Albumtitel "Nachtgedacht" passt also hervorragend, und auch die ab und zu eingespielten gesprochenen Samples fügen sich super ein. Es ist eben alles etwas dunkler gehalten.
Aber man kann auch keineswegs davon ausgehen das die Lieder in irgendeiner Art und Weise träge sind, nein, "Nachtblind" zum Beispiel würde ich als sehr agile Komposition bezeichnen, durch die Nacht peitschend. Kleinere Chorpassagen, sorgen für Stimmung und Abwechslung, nur um dann wieder auszubrechen, ab in die Nacht.
Bezeichnend ist wohl der Gesang. dieser schraubt sich das ein oder andere Mal recht hoch, und ist auch an sich überhaupt nicht zu verachten, der Gesang gefällt mir bei Carpe Noctem am besten, aber ich bin ja eh ein kleiner Stimmenfetischist hehe. Würde mir aber wünschen das die ganz hoch gekreischten Passagen etwas mehr vorkommen. Das ist dieses gewisse Etwas, deshalb gefällt mir "In der Nacht bei den Gedanken" auch am besten am ganzen Album. Ist wohl auch der ausgereifteste Song auf "Nachtgedacht".
Das Titelstück ist allerdings etwas, sagen wir, ungewöhnlich. Denn da gibt es nur ein Gewitter zu hören, nun gut ob man das wirklich als Titelstück nehmen sollte, ich weiß ja nicht.
Desweiteren fällt der Bonussong "Schattensang" aus dem Rahmen. Hier wird ganz schön geknüppelt, und auch vom Klangbild ist es ein großer Unterschied zum Rest, aber deshalb gibt es ja die Bezeichnung Bonus-Song nicht wahr !?
Also insgesamt ein Album welches einen recht großen Charme versprüht, aber leider keine allzu große Langzeitwirkung hat. Man zeigt sehr gute Ansätze, und Lieder wie eben "In der Nacht bei den Gedanken" sind klasse Stücke. Ich erwarte von Carpe Noctem also noch einiges, ich bin gespannt woie sich diese Truppe noch entwickelt. Sie haben Talent, und wenn sie dieses richtig ausschöpfen, dann sind sie zu Großem fähig.
6 Punkte
Arising Realm Online, review by Jürgen Winterheller, 23.09.2003.:
Auch auf dem zweiten Release bietet uns die deutsche Band melancholischen Black-Metal mit gelegentlichen Folklorepassagen, der gar nicht einmal von schlechten Eltern ist. Schon das 98er Demo "Days of dark winter" lies einiges Potential erkennen, und obwohl nicht viel verändert wurde, kann das Teuflische Trio mit ihrem neuesten Werk einen Schritt nach vorne machen. Die Lieder sind großteils ruhig angelegt, was aber den positiven Effekt mit sich bringt, dass die optimal ausgefallene Produktion den Undergroundtouch erstklassig in Szene setzt. Doch auch die mit voller Inbrunst eingeknüppelten Songs wie "Tod bleibt tot" gehen so richtig tief ins Mark. Der Gesang variiert von hellem Gekeife über Gegröle bis hin zu chorartigen Passagen und verleiht dem Album einen gewissen Pep. Außer dem mehr als überflüssigen Titeltrack "Nachtgedacht", in dem man über sechs Minuten einer Gewitterkulisse lauschen kann, finden sich nicht viele Kritikpunkte auf "Nachtgedacht". Bei Interesse sollte man sich lieber beeilen mit der Bestellung, da das Teil angeblich auf 300 Stück limitiert wurde. Kontakte unter: www.newklassick.de oder www.carpenoctem.org
3,5 / 5 Punkte
Interregnum, review by JUB, 01/2004.:
Ostfriesland ist eine unwirtliche Gegend: flach wie die Witze über die Ureinwohner dieses Landstrichs und ständig von der See beeinflusstem Unwetter gebeutelt. Wer noch nicht da war, kann sich diese Eindrücke zumindest schon mal akustisch auf der neuen CARPE NOCTEM "Nachtgedacht" holen. In eben jenem Titelsong gibt es fast sieben Minuten lang lediglich einen stoisch vor sich hin rauschenden Regenguss zu hören, der hin und wieder von aus Thors Hammer hervorbrechende Gewalten unterbrochen wird - Gewitter halt. Hier werden sich künftig sicher einige Bands bedienen, wenn mal eine Unwetter-Geräusch-Kulisse benötigt wird.
Ansonsten gibt es auf "Nachtgedacht" sehr simplen und fast entblößt wirkenden Black/Viking Metal zu hören, der sehr rauh und erdig klingt. Von Effekten und den Möglichkeiten des Mischpults hat man (den Asen sei Dank) in Ostfriesland noch nichts gehört, so daß außer Hall in den Songs von CARPE NOCTEM Firlefanz völlig fehlt. Das ist angenehm. Die einsame Gitarre schrödelt geduldig ihre Melodien vor sich hin und schafft nicht nur einmal Momente, die uns Falkenbach ins Gedächtnis zurückholen. Iweins Gekeife (zum Beispiel in "In der Nacht bei den Gedanken" und "Kinder der Nacht") hält die Erinnerungen an Helheims "Jormundgand" wach und stößt uns einmal mehr darauf, dass wir diese Art des Singens heutzutage manchmal schmerzlich vermissen. Bathory-Choräle haben wir wie in "Tot bleibt tot" auch. Allerdings klingen sie bei Quorthon nach einer religiosen Handlung in einer weiten Halle, CARPE NOCTEM haben den Singsang der Großfamilien am Feuer in der Hütte gewählt. Irgendwie unterstreicht das die intime Wirkung der Scheibe. Dabei denke ich, dass einiges dem mangelnden Budget geschuldet ist und unbeabsichtigt war. Hier wirkt alles aber enorm stimmig und gewollt.
Störend empfinde ich die kurzen Monolog-Intros bei einigen Songs. Klingt ein bißchen wie aus "Interview mit einem Vampir": Wichtigtuerisch, leicht schwul. Außerdem sollten Vampire nicht Gegenstand von CARPE NOCTEMS Musik sein. Da gibt es auf Ostfriesland ganz andere Geister, die einem das Blut in den Adern gefrieren lassen.
Metal-Inside.de, review by Memme, 28.07.2003.:
Klar, old-school-Black-Metal wie Darkthrone und so. Also: Schwacher Sound, böse Atmo? Nee, mitnichten. Der Klang der Scheibe ist zwar recht dürr, vor allem die öfter sehr penetranten Becken pöckern ein wenig nervig durch die Gegend. Und der ziemlich abwechslungsreiche Gesang geht einem streckenweise auch ein wenig auffen Sack. Das Hiha-Gekreische bei "In der Nacht bei den Gedanken" bleibt da beispielsweise übel haften. Dass es sich dennoch um ein anständiges Album seiner Spielart handelt, verdankt die Scheibe der tatsächlich dichten Stimmung. Denn durch geschickte Geschwindigkeitswechsel in Richtung Midtempo sorgen die Herren aus Leer in Ostfriesland nicht nur für Abwechslung, sondern auch für enorme Melancholie. Wie es sonst beispielsweise Kapellen wie Shining schaffen (Wobei ich die knapp sieben-minütige "Live-Übertragung" eines Gewitters beim Titelstück "Nachtgedacht" doch etwas zuuu atmosphärisch finde). Die schnelleren Parts wie beim abschließenden "Schattengesang", das als Bonustrack bezeichnet wird, jedenfalls werden Schwarzwurzlern der traditionellen Richtung gehörig munden, auch, wenn sie natürlich nichts Neues bieten. Dennoch ein ordentliches offizielles Debut der menschenfeindlichen, atheistischen und starken Böslinge aus dem Norden.
Myrrthronth, review by Forestkeeper, 16.07.2003.:
Carpe Noctem?? Aber dafür gibts ja als Promo-Beilage die Bandinfo. Die Band wurde im Oktober 1997 in Leer, Ostfriesland, gegründet. Im Winter 1998 wurde dann die Demo-CD "Days Of Dark Winter" veröffentlicht. Das Line-up besteht aus Iwein (vocals, guitar), Troll (guitars) und Galeff (drums). Die Musik wird als "Melancholic Black Metal with Folk-passages" beschrieben. Und das trifft es eigentlich ganz gut...
Die CD "Nachtgedacht" hat eine Spielzeit von 41:21 min und wurde im Winter 2002/2003 aufgenommen. Die Tracks sind mal schnell, mal Mid-Tempo, aber immer sehr geradlinig und daher gut nachvollziehbar. Textlich geht es dabei um eine Reise durch die regnerische Nacht, passend zum Bandnamen und Albumtitel. Die Lieder sind alle in deutscher Sprache verfasst, wie üblich aber kaum zu verstehen. Der Gesang wird meist kreischend vorgetragen, hin und wieder fließt auch Chorgesang ein und zwischenzeitlich wird auch nochmal schön gegrunzt und gekrächzt, um Abwechslung hat man sich also bemüht. Und das Beste ist, keine nervenden Keys in den Songs! Manche Passagen erinnern mich dabei an eine Mischung aus Darkthrone und Isengard. Das Drumming ist zwar etwas eintönig, rumpelt aber schön kultig aus den Boxen. An vielen Stellen wird es allerdings, wohl produktionstechnisch bedingt, von den sägenden Gitarren übertönt. Diese Gitarrenarbeit ist hingegen sehr geil, meist Black Metal-typisch mit eher simplem Riffing, aber auch die ein oder andere "schöne" Melodie wird hervorgezaubert. Mit Lied Nr. 7, "Nachtgedacht", bringt das Trio eine kleine Verschnaufpause ins Geschehen, handelt es sich hierbei doch um keinen "richtigen" Song, sondern man lauscht einfach einem Gewitter mit Regenschauern - sehr entspanned nach dieser Black Metal-Orgie. Dann kracht am Ende aber noch der Bonustrack "Schattensang" los und schließt das Werk standesgemäß ab.
Diese CD gefällt mir von Mal zu Mal besser, richtig schön atmosphärischer Old School-BM. Sound und Aufmachung der CD gehen unter diesem Aspekt ebenfalls in Ordnung. Leider kenne ich nicht das Erstwerk, kann also nicht sagen, ob sich am Sound der Band etwas geändert hat. Aber ich bin schon auf das nächste Werk gespannt, wenn die Jungs so weitermachen, werden sie mit Sicherheit schnell neue Anhänger finden. Insgesamt also ein traditionelles, gutes Black Metal - Werk, das zwar noch einige Schwächen aufweist, in das man aber auf jeden Fall reinhören sollte. Weiter so Jungs!
8/10
Powermetal.de, review by Björn Backes, 15.07.2003.:
Wer vom bombastischen Black Metal die Schnauze gestrichen voll hat und sich lieber mal wieder die Old School Keule geben möchte, der ist mit CARPE NOCTEM bestens bedient. Die Band macht keine Kompromisse und knüppelt hier in gut 40 Minuten ein geiles Brett der alten norwegischen Schule vor den Latz eines jeden Black Metal Puristen.
"Nachtgedacht" heißt der Nachfolger der 98er Demo-CD "Days Of Dark Winter" und dieser erste offizielle Release bietet sieben gutklassige Nummern, die sich alle dadurch auszeichnen, sehr direkt auf den Punkt zu kommen. Jedwede Schnörkelei wird vermieden und so schaffen es die Ostfriesen die kalte Atmosphäre der skandinavischen Szenevorreiter prima einzufangen.
Natürlich darf ein Vergleich nicht ausbleiben, denn gerade beim Sound sind Paralellen zu DARKTHRONE und (alten) GORGOROTH nicht von der Hand zu weisen. Primitive Gitarrenmelodien paaren sich mit scheppernden Drums und so ergibt sich in Verbindung mit dem typisch unterproduzierten Gesamtsound ein ziemlich rohes Klangerlebnis.
Um auch ein wenig Abwechslung hineinzubringen, haben CARPE NOCTEM einige Folk-Einflüsse verarbeitet, wie zum Beispiel bei der Einleitung zu 'Tod bleibt tot' oder im Mittelteil von 'In der Nacht bei den Gedanken'. Bei 'Nachtblind' und 'Ruf des Kometen' wurden sogar kurze, hymnische Chöre eingesetzt, die als krasser Gegenpart zum deutschsprachigen Geröchel von Frontmann Iwein stehen.
Seltsam hingegen muten die jammernden, gequälten Schreie an, die immer wieder im Hintergrund auftauchen und mir persönlich nicht so gut gefallen. Auch der abschließende Titelsong, eine ca. sechsminütige Aufnahme eines nächtlichen Wolkenbruchs, will sich mir nicht ganz erschließen, denn nach einigen wenigen Sekunden geht einem das monotone Rauschen und Plätschern gehörig auf die Nerven. Da gefällt mir der als Bonus hinzugefügte Song 'Schattensang' wieder um Einiges besser, arbeitet das Trio doch hier vermehrt mit Death Metal Grunts.
"Nachtgedacht" ist ein gelungenes Album, welches sowohl in schleppenden Midtempo-Parts als auch bei diversen Blast-Attacken überzeugen kann. Ich denke mal, die Zielgruppe ist klar definiert und genau dieser kann ich dieses Album dann auch nur empfehlen. Der deutsche Underground lebt und hierfür sind CARPE NOCTEM einmal mehr Beweis genug.
Anspieltipps: Nachtblind, In der Nacht bei den Gedanken
Ad Noctum, review by Chris, 07/2003.:
Carpe Noctem bringen auf "Nachtgedacht" eher simplen, aber dennoch guten Black Metal zu Ohr, der sich durch seine sehr direkten Songs auszeichnet. Hier wird nicht lange drumherum gemacht sondern gleich richtig derber Black Metal gespielt. Auffallend ist hierbei auch die Benutzung der deutschen Sprache, die in jedem Song sofort auffällt, auch wenn man nun wirklich nicht alles verstehen kann, was Sänger Iwein da vor sich hin keift. Was man den drei Bösewichtern zu Gute halten muss, ist schlichtweg die Tatsache, dass es ihnen gelungen ist, ein Album einzuspielen, dass eigentlich jeden Black Metal Fan ansprechen dürfte, da es einfach alle typischen Klischees dieser Musikrichtung erfüllt. Der Sound ist auch Genretypisch und unterstreicht die Tatsache, dass es sich bei "Nachtgedacht" um astreinen Black Metal handelt. Midtempo wechselt sich mit Blastpassagen ab und dazu gesellen sich noch ab und zu Folkpassagen, so dass dieses Teil durchaus seinen Reiz hat. Wer auf old school Black Metal steht, wie er einst definiert wurde und vor dem trendigen Black Metal Scheiss der heutigen Zeit zurückschreckt, der dürfte sich für Carpe Noctem interessieren. Gute und solide Black Metal Scheibe...
Blooddawn, review by Ben, 28.06.2003.:
Mit "Nachtgedacht" präsentieren CARPE NOCTEM ihr erstes Album, welches im März 2003 mit Hilfe von NeoKlasSick Productions veröffentlicht wurde. Ihre musikalische Stilistik titulieren CARPE NOCTEM mit "Misanthropic German Black Metal".
Ein kurzes Sample leitet den ersten Titel "Kampf dem Licht" ein, gefolgt von dem direkt anschließenden Stück "Ruf des Kometen". Simple Gitarrenriffs, deutschsprachige Kreischlyrik, einfache Schlagzeugläufe und stellenweise auftretende Melodiepassagen bilden die essentiellen Elemente. Ein gelegentlich eingeflochtener klarer Gesang unterstreicht melodische Momente.
Die lyrischen Aspekte behandeln, wie es Bandname und Albumtitel schon vermuten lassen, die Nacht und ihre Wirkung. Es wird größtenteils auf metaphorische und symbolische Bearbeitung verzichtet, hier setzt man meist auf die Klanggewalt nachtverbundener Wörter.
Ohne weitere musikalische Auflockerung ziehen sich die folgenden Stücke des Albums bis hin zum Titeltrack. Bei "Nachtgedacht" handelt es sich um eine instrumentallose, knapp sieben Minuten lange Geräuschkulisse, die sich aus dem Klang eines Regenschauers und leichten Gewitterschlägen zusammen setzt.
Zur Klangqualität lässt sich sagen, dass diese aufgrund der recht mageren Produktion ein wenig rau klingt. Einen zu großen Abbruch des Gesamtbildes stellt dies allerdings nicht da.
Im großen und ganzen ist "Nachtgedacht" ein nicht sonderlich innovatives, aber traditionelles Werk, welches den Hörer von griffigem, einfachem Schwarzmetall ohne viel Drumherum erfreuen wird.
Wertung: 3/5
Vampster, review by Arlette Huguenin, 16.06.2003.:
Die deutschen CARPE NOCTEM kommen aus Leer und liefern mit "Nachtgedacht" nach fünf Jahren Schaffenszeit den Nachfolger ihres 1998er Demos "Days of Dark Winter". "Nachtgedacht" wartet primär mit schleppendem Old School-Black Metal, dessen auf Deutsch gekreischte Lyrics sich der Nacht und ihren Auswüchsen widmen. Die musikalische Darbietung wird immer wieder durch Intros aus Werner Herzogs "Nosferatu" aufgelockert, allerdings fehlt manchmal der Zusammenhang zu diesen Samples, da danach meist abrupt wieder drauflos geprügelt wird. Das Ganze hört sich jedoch etwas holprig an und das Schlagzeug rutscht wegen der dumpfen Produktion in den Hintergrund.
Die Songs auf "Nachtgedacht" sind mehrheitlich ziemlich einfach gestrickt. Zeitweise erinnern CARPE NOCTEM etwa an ENDSTILLE oder das "Under a Funeral Moon"-Album von DARKTHRONE, allerdings fehlt ihnen deren Charme und Giftigkeit. Wenn CARPE NOCTEM diese Anleihen durchbrechen - etwa im sphärischen Part von "Ruf des Kometen" - kommen durchaus Melodien zum Vorschein, die etwa an FALKENBACH erinnern. Auch "In der Nacht bei den Gedanken" verfügt über solch melodiöse Qualitäten. Wer´s handfester mag, kann auch ein Reinhören in "Tod bleibt tot" riskieren...
Insgesamt also ein Old School-Black Metal Album, das nicht in einer Schublade gefangen bleibt, obschon sich melodiöse Wagnisse in Grenzen halten...
Earshot, review by Philipp, 01.05.2003.:
Carpe Noctem - Nütze die Nacht. Wozu aber? Vielleicht, um das neueste Werk von CARPE NOCTEM mit dem literarischen Titel "Nachtgedacht" zu hören. Interessant, was uns die drei Burschen aus Leer (Ostfriesland) präsentieren. Ihre Wurzeln liegen im Black Metal - ohne viel Schnickschnack, mit viel Brachialität.
Nun gut, die Band ist ohne Label, ihr Werk haben sie in Eigenregie aufgenommen. Daran krankt die Produktion. Sie lässt zu wünschen übrig, kann man aber der Band nicht verübeln. Andere Musiker wären froh, überhaupt eine Scheibe als ihr Eigenwerk nennen zu können. Gut, schieben wir die mäßige Produktion zur Seite, die die Qualität der Band um Einiges schmälert. CARPE NOCTEM versteifen sich auf den, nennen wir ihn traditionellen Black Metal. Eine der bekannteren Vertreter waren unter anderem SATYRICON ("Medieval Times"). Klare, gerade aus gerichtete Liedstrukturen beherrschen auch das Geschehen der deutschen Band. Sie machen ihre Sache gut, Black-Metal-Fans kommen auf ihre Kosten. Einfache Riffs, einfaches Drumming, eingängige Musik. Immer wieder streuen die Musiker gesprochene Passagen oder sehr dezent weitere Komponenten wie Keyboards und Folklore in ihre Songs ein. Nervig auf Dauer ist der Gitarrensound. Er kommt schon fast als heller Dauerton daher und schmerzt irgendwann mal in den Ohren. Okay, da sind wir wieder bei der Produktion. Aber dass hier zwei Gitarren am Werk waren, ist auf "Nachtgedacht" nicht wirklich zu erkennen.
Sänger Iwein kommt rüber, wie es für Black Metal sein muss: Heiser, krächzend, kreischend. Seine Arbeit wird stellenweise durch chorale Passagen unterstützt. Sehr interessant übrigens die Titel der acht Songs: Unter anderem "Nachtblind", "Kinder der Nacht", "In der Nacht bei den Gedanken" und "Nachtgedacht". Wie wäre es beim nächsten Album mit "Geistige UmNachtung", "Nachtigallische Tagträumerei" und "Nachtschattengewächs"? Schönen Tag noch.
5.5 von 7 Punkten
Legacy, #24, 02/2003.:
Mit ihrem offiziellen Debüt nach einem vor drei Jahren veröffentlichten Demo legt die deutsche Band mit "Nachtgedacht" ein Album vor, das ausnahmsweise sogar mal von der Plattenfirma eine Betitelung erfährt, die man durchaus als zutreffend unterschreiben kann. So wird einem die CD als 'Journey Through A Rainy Night' angepriesen, was den düsteren, melancholischen Grundtenor dieser Scheibe auch gut trifft. Überwiegend im Midtempo gehalten, liefert man zwar dann und wann auch einmal einen kurzen Galopp ab, legt das Augenmerk aber deutlich mehr auf die Erschaffung finsterer Visionen denn auf pure Aggression und räumt das Areal der harten Düstermusik großflächig ab, um mit allen verfügbaren Mitteln das Endziel zu erreichen. Demnach bieten CARPE NOCTEM hier von obig erwähnten schnellen Attacken über eingängiges Midtempo bis hin zum Glück recht dezenter Keyboard-Untermalung und einigen Folk-Parts das ganze Sortiment. Verschmolzen haben sie dieses recht gelungen miteinander, so vermittelt "Nachtgedacht" ein stimmiges Gesamtbild, zwischen Melancholie, Härte und Melodie gelegen. Gesanglich müht man sich redlich um Abwechslung, indem die durchweg deutsch gehaltenen Titel sowohl gekeift, gekreischt, wie auch im Chor zu Gehör bebracht (sic) werden, wobei ich mir wünschen würde, daß CARPE NOCTEM gerade die verzweifelt kranken Kreischpartien auf dem nächsten Album noch deutlich mehr ausbauen, da diese wesentlich besser die emotionale Tiefe, die dieses Album stellenweise vermittelt, zu untermauern vermögen, als der doch recht gewöhnliche Keifgesang. Doch hat das Hauptquartier leider noch einen Rüffel mehr auszuteilen, so neigt die Band leider gerade bei den schnellen Parts dazu, ihren Stolz auf gelungene Gitarrenlinien allzu deutlich zu präsentieren, indem das immer gleiche Motiv solange runtergeholzt wird, bis man der Versuchung des 'Skip-Buttons' kaum noch wiederstehen (sic) kann, weil man langsam den Glauben verliert, daß der Song noch einmal auf den Punkt gebracht wird. So ist 'Nachtgedacht' letztendlich ein Album geworden, das stellenweise klar Bonuspunkte einfährt, aber auch noch Schwachstellen zeigt, der Band aber auf jeden Fall das Prädikat verpaßt, daß man sie im Auge behalten sollte.
www.carpenoctem.org. (DG)
7 Punkte
Amboss, April 17th, 2003.:
Nach einer Demo-CD 1998 ist "Nachtgedacht" erste Album der Deutschen Black Metal Formation Carpe Noctem. Wie Bandname und Albumtitel schon erahnen lassen, dreht sich bei den Jungs aus Leer textlich alles um die dunkle Tageszeit, passend dazu gestaltet sich auch die Musik. Ihr Black Metal zeigt sich sehr facettenreich. Da haben wir hauptsächlich kalte Mid-Tempo Parts, die auch des öfteren in kleine Rasereien ausarten können, dann wiederum treten ab und an folkigere Züge auf. Ebenso abwechslungsreich sind die Vocals, die mit ("kranken") Schreien oder in Chorform die finsteren Klänge sinnvoll ergänzen. Das melancholische Gesamtwerk "Nachtgedacht" lässt sich damit auch nicht nach einmaligem Hören erfassen, sondern erfordert etwas mehr intensive Aufmerksamkeit. Nach ein paar Durchläufen hat man sich dann auch gut in das Nachtleben von Carpe Noctem eingefunden und findet viele interessante Ansätze in der Musik dieser Band mit Entwicklungspotential. "Nachtgedacht" bewegt sich so auf der Vorstufe eines Nagelfar Albums, ohne deren Ausgereiftheit zu erreichen. www.carpenoctem.org
(eller)
Vampire Magazine, Reviewed by John on April 4, 2003.:
From out of the blue comes a very promising debut from German black metal band; influenced by black metal bands like Darkthrone en Satyricon and Viking metal like (old of course) Enslaved this unholy trio brings forth happy boyband pop music of course... No bullshit, before I get anthrax-mail it is obvious that the music would go towards raw black metal. I think that also fans of Carpathian Forest will like this new band.
Now from this you see that the band can already be compared with some serious top names from Norway, and that in itself is a compliment. Another band that comes to my mind is German Grabnebelfürsten, a personal favorite of mine, especially because of the guitar sound. The band started already in 1997 and proves again why it is often wise not to record a debut album too fast; Carpe Noctem took that time to work on the compositions, and they did it well!
‘Kampf dem Licht’ (Fight the Light) opens this album very strong; cold riffs, simple drumming, yet the way raw black metal should be done. In track two (‘Ruf des Kometen’) the refrain is sung in a chorus-like way that Enslaved uses for instance, and this returns in several other tracks. The songs are tied together by using the sound of rain, which is kind of an original gimmick I think, or by a short spoken intro, which have the same decadent feeling like the spoken words Grabnebelfürsten used on their debut album. As you may have noticed Carpe Noctem’s lyrics are in German, yet I’ve said before that it is a language that fits the black misanthropic character of this kind of music very well.
In the fourth track even a horn is used, yet personally I feel like it is not done so well that the track becomes better because of it; perhaps a desire to put too many influences into the music without checking the added value. Well, who cares, for a debut these things can be forgiven.
Funny thing is that ‘Kinder der Nacht’ in the intro and beginning reminds me of ‘The Forest Whispers My Name’ from the debut album of Cradle of Filth; especially the intro is a literal copy of the lyrics; but what the hell, Cradle took it from Dracula, so Carpe Noctem must have taken it from the German dubbed version! The rest of the track has nothing in common with Cradle anyway.
For an underground CD the sound is very good; yet the only thing that I can not approve of is the title track; either I have a misprint or someone must explain to me the use for recording over 6 minutes of rain… On the other hand, I was compensated by a version with bonus track ‘Schattensang’, which is way heavier in guitar sound than the other 6 tracks, and at least provides a sound that is much less heard in the scen, with some serious thrashy parts: a sign of the coming sound of this band perhaps? Altogether a very good black/viking metal album (mostly leaning towards black), and if things evolve I believe we can have a lot more coming from this Carpe Noctem. This album was recorded with Karathorn on bass and vocals, who left the band after the recordings of this album, so I can say that I look forward to hearing material from this band in the current line-up! Fans of the band mentioned in the first paragraph will enjoy this for sure!
And best of all; it can be ordered for only EUR 9,00 at NeoKlasSick directly (who also took over the releases from Blodmorfogh-label)!